FDP und Unabhängige bündeln Kräfte im Kreistag Northeim

Neue Gruppe „FDP / Die Unabhängigen“ nimmt zum 1. November ihre Arbeit auf. Eckhard Ilsemann übernimmt den Vorsitz. Schwerpunkte sind solide Finanzen, eine moderne Verwaltung und gute Schulen.
Die FDP, die DUW und die Bürgerliste arbeiten künftig im Kreistag des Landkreises Northeim zusammen. Die drei Partner haben am 30. Oktober eine entsprechende Gruppenvereinbarung für die Wahlperiode 2026 bis 2031 unterzeichnet. Die Zusammenarbeit beginnt am 1. November unter dem gemeinsamen Namen „FDP / Die Unabhängigen“.
Zum Gruppensprecher wurde Eckhard Ilsemann gewählt. Seine Stellvertreter sind Alexander Kloss und Frank-Dieter Pfefferkorn.
„Wir wollen die Entwicklung unseres Landkreises mit eigenen Vorschlägen voranbringen. Dazu gehören solide Finanzen, eine Verwaltung, die ihre Aufgaben verlässlich erfüllt, und gute Schulen“, erklärt Ilsemann. Entscheidend sei dabei, dass politische Vorhaben den Menschen vor Ort einen konkreten Nutzen bringen und langfristig finanzierbar bleiben.
Solide Finanzen und transparente Haushaltsführung
Ein zentraler Schwerpunkt der neuen Gruppe ist eine möglichst stabile Kreisumlage bei gleichzeitiger Begrenzung der Verschuldung. Bevor Städte und Gemeinden finanziell stärker belastet werden, sollen zunächst mögliche Einsparpotenziale offengelegt und sorgfältig geprüft werden.
Auch bei neuen dauerhaften Ausgaben fordert die Gruppe Transparenz: Finanzierung und langfristige Folgekosten sollen von Anfang an nachvollziehbar dargestellt werden. Ein verständlicher öffentlicher Finanzbericht soll zudem die Entwicklung des Kreishaushalts für Politik und Bevölkerung transparenter machen.
Kreisverwaltung modernisieren und Digitalisierung voranbringen
Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Modernisierung der Kreisverwaltung. Digitale Anträge und elektronische Akten sollen Arbeitsabläufe vereinfachen, doppelte Arbeit vermeiden und Verwaltungsverfahren beschleunigen.
Konkret möchte die Gruppe zunächst im Fachbereich Migration und Integration eine Personal- und Organisationsprüfung sowie einen sechsmonatigen Pilotbetrieb mit Künstlicher Intelligenz vorbereiten lassen. KI könnte beispielsweise bei der Zusammenfassung von Akten und der Erstellung von Schreibenentwürfen unterstützen. Die fachliche Verantwortung soll dabei ausdrücklich weiterhin bei den Beschäftigten liegen.
„Wer eine leistungsfähige Verwaltung will, muss auch ihre Arbeitsabläufe verbessern. Wir wollen die Beschäftigten bei Routinearbeiten entlasten und Rückstände abbauen. Welche Veränderungen sinnvoll sind, muss anhand belastbarer Ergebnisse entschieden werden“, so Ilsemann.
Mehr Kontrolle bei großen Investitionen
Auch bei größeren Investitionsvorhaben setzt die Gruppe auf Transparenz und eine verlässliche Kontrolle. Für Investitionen ab 500.000 Euro sowie für Projekte mit besonderen Risiken fordert sie klare Entscheidungsgrundlagen und regelmäßige Berichte über Kosten, Zeitpläne und mögliche Risiken.
Absehbare Kostensteigerungen und Verzögerungen sollen frühzeitig erkannt und in den zuständigen politischen Gremien beraten werden.
Verlässliche Perspektiven für Schulen und Bildung
In der Schulpolitik spricht sich die Gruppe für eine schrittweise Umsetzung des bestehenden Schulinvestitionsplans aus. Darüber hinaus unterstützt sie die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Erich Kästner-Schule zur Sprachförderschule.
Für Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt Lernen fordert die Gruppe außerdem ein verbindliches Konzept für die Zeit nach 2028.
Wirtschaft, Infrastruktur und Ehrenamt stärken
Auch die wirtschaftliche Entwicklung und die Lebensqualität im ländlichen Raum stehen auf der Agenda. Unternehmen, Handwerksbetriebe, Landwirtschaft und Existenzgründungen sollen durch feste Ansprechpartner und transparente Zeitpläne bei Genehmigungsverfahren unterstützt werden.
Weitere Schwerpunkte sind verlässliche Verkehrsverbindungen, eine gute medizinische und soziale Versorgung im ländlichen Raum sowie eine bedarfsgerechte Ausstattung von Feuerwehr und Katastrophenschutz.
Das ehrenamtliche Engagement und die Vereinsarbeit sollen ebenfalls gestärkt werden. Dafür setzt sich die Gruppe für verständliche Förderverfahren und eine gute Beratung ein.
Konstruktive Zusammenarbeit im Kreistag
Die drei Gruppenpartner wollen ihre Anträge und politischen Positionen künftig eng miteinander abstimmen. Das freie Mandat der einzelnen Kreistagsmitglieder bleibt dabei gewahrt.
Für die Zusammenarbeit im Kreistag zeigt sich die neue Gruppe offen. „Entscheidend ist für uns, dass Vorschläge sachlich überzeugen und dem Landkreis helfen“, betont Gruppensprecher Eckhard Ilsemann.
Mit der Vereinbarung wollen FDP, DUW und Bürgerliste ihre politischen Vorstellungen gemeinsam in die Arbeit des Kreistages einbringen und die Entwicklung des Landkreises Northeim in der Wahlperiode 2026 bis 2031 aktiv mitgestalten.
